604-51/18 Regionale Marktplätze - Ortsentwicklungskonzept Hart bei Graz

Stärkung der fiir das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen...

Laufzeit: 23.03.2018-31.01.2019

gde@hartbeigraz.at

Mitten im Leben.

604-51/18 Regionale Marktplätze - Ortsentwicklungskonzept Hart bei GrazHSL-604-2018-03

Projektziel ist es, am Johann Kamper-Ring ein neues Ortszentrum als Treffpunkt, Begegnungsort und sozialen sowie kulturellen Frei-Raum für die Bürgerinnen von Hart zu schaffen und die Erdgeschosszonen zu attraktivieren, zu aktivieren und zu beleben. Unter dem Motto "mitreden.mitdenken.mitgestalten" soll dieses Ziel in einem offenen Entwicklungsprozess unter Einbindung der Zielgruppen Gemeinde, Grundeigentümer und Bauträger, Bürgerinnen sowie weitere lokale Schlüsselakteure (Unternehmen, Vereine, Schulen, Kindergärten, Initiativen, ... ) erreicht werden. In dem breit angelegten Beteiligungsprozess werden gemeinsam mit den Zielgruppen gesammelte Ideen, Gestaltungsmaßnahmen und Szenarien für das neue Ortszentrum diskutiert, vertieft und bewertet sowie kurz-, mittel- und langfristige Umsetzungsmaßnahmen erarbeitet und soweit möglich deren Konkretisierung und Realisierung unterstützt. Dies erfolgt über unterschiedlichste Beteiligungsformate und Interventionen am Platz (z.B. Ideenbüro vor Ort, Ausstellungen). Für die Geschäftsflächen wird in Abstimmung mit den Eigentümern ein innovatives Belegungsverfahren ("Challenge") durchgeführt. Als Output liegt ein Entwicklungskonzept für das neue Ortszentrum vor, das als Basis für die nachfolgende Umsetzung die Gestaltungsideen und Nutzungsszenarien textlich und planerisch darstellt.

604-51/18 Regionale Marktplätze - Ortsentwicklungskonzept Hart bei Graz

Projektziel ist es, am Johann Kamper-Ring ein neues Ortszentrum als Treffpunkt, Begegnungsort und sozialen sowie kulturellen Frei-Raum für die Bürgerinnen von Hart zu schaffen und die Erdgeschosszonen zu attraktivieren, zu aktivieren und zu beleben. Unter dem Motto "mitreden.mitdenken.mitgestalten" soll dieses Ziel in einem offenen Entwicklungsprozess unter Einbindung der Zielgruppen Gemeinde, Grundeigentümer und

Bauträger, Bürgerinnen sowie weitere lokale Schlüsselakteure (Unternehmen, Vereine, Schulen, Kindergärten, Initiativen, ... ) erreicht werden. In dem breit angelegten Beteiligungsprozess werden gemeinsam mit den Zielgruppen gesammelte Ideen, Gestaltungsmaßnahmen und Szenarien für das neue Ortszentrum diskutiert, vertieft und bewertet sowie kurz-, mittel- und langfristige Umsetzungsmaßnahmen erarbeitet und soweit möglich deren Konkretisierung und Realisierung unterstützt. Dies erfolgt über unterschiedlichste Beteiligungsformate und Interventionen am Platz (z.B. Ideenbüro vor Ort, Ausstellungen). Für die Geschäftsflächen wird in Abstimmung mit den Eigentümern ein innovatives Belegungsverfahren ("Challenge") durchgeführt. Als Output liegt ein Entwicklungskonzept für das neue Ortszentrum vor, das als Basis für die nachfolgende Umsetzung die Gestaltungsideen und Nutzungsszenarien textlich und planerisch darstellt.

Ausgangssituation und Problemstellung:

Die Gemeinde Hart b. Graz zählt zu den am stärksten wachsenden Umlandgemeinden von Graz. Das erfordert nicht nur Investitionen in neuen Wohnraum und Infrastrukturen (Versorgung, Verkehr), sondern auch eine behutsame Entwicklung des öffentlichen Raumes. Hart b. Graz verfügt aus mehreren Gründen (historisch, topografisch) über kein eigentliches Ortszentrum, das den Menschen als (lärm- und verkehrsberuhigter) Treffpunkt, (konsumfreier) Aufenthaltsort und Platz für zufällige Begegnungen dienen kann. Eine nicht-repräsentative Vorerhebung hat dies über sektorale und Altersgrenzen hinweg bestätigt. Rund um den Johann Kamper-Ring wurden und werden seit einigen Jahren eine Reihe von Bauprojekten umgesetzt Die GSL-Gemeinnützige Bauvereinigung- und Assanierungs-GmbH errichtet gemeinsam mit der GWS am Johann Kamper-Ring 1 Harter-Süd-Straße in mehreren Bauabschnitten ein Wohn- u. Dienstleistungsprojekt mit insgesamt 180 geförderten Wohnungen, einer Tiefgarage sowie ca. 900 m2 Geschäfts- und Büroflächen. Das Gebäude liegt unmittelbar südlich des Ärzte- und Geschäftszentrums der Kamper Handwerk + Bau GmbH an der PachernHauptstraße (u.a. SPAR, Trafik, Sportsbar, Pizzeria). Im Gebäudekomplex westlich davon entlang des Johann Kamper-Rings ist im Sommer 2017 das Gemeindeamt eingezogen. Die Platzsituation dazwischen wird derzeit hauptsächlich als Parkplatz genutzt und bietet nur geringe Aufenthaltsqualität (keine Sitzmöglichkeiten, fehlende natürliche Beschattung, kein öffentlicher Raum, ... ). Eine nicht-repräsentative Beobachtung der Besucherfrequenz hat ergeben, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer am Platz zwischen 11 und 16 Minuten liegt, wobei der größte Anteil der Menschen mit dem Auto (ca. 75%) zum Platz kommt, um Einkäufe zu erledigen. Lediglich zur Mittagszeit wird der Platz von Mitarbeiterinnen der benachbarten Betriebe zu Fuß erreicht, hauptsächlich um sich beim Spar eine Jause zu kaufen oder in der Pizzeria zu Mittag zu essen. Gelegentlich bzw. zu bestimmten Anlässen wird der Platz auch für Feste genutzt (z.B. Maibaumaufstellen, Herbstfest). Im Erdgeschoss des GSL -Wohn- und Dienstleistungsprojektes konnten bislang erst zwei betriebliche Nutzer als Mieter gewonnen werden - eine Apotheke und ein Showroom für Gastro-Kaffeemaschinen, der als Frequenzbringer nur bedingt geeignet ist. Die übrigen Geschäftsflächen stehen seit 1,5 Jahren leer. Auch die verfügbaren Flächen des gegenüberliegenden Ärzte- und Geschäftszentrums sind nicht ausgelastet. Hart bei Graz hat sich an dieser Stelle also an Bausubstanz und zum Teil auch an Infrastruktur verdichtet, jedoch bisher nicht an Lebensqualität. Bürgerinnen der Gemeinde nannten in der Vorerhebung diesen Platz als Zentrum im Sinne der "fiktiven Mitte" jedoch nicht als Platz im Sinne eines lebendigen und lebenswerten öffentlichen Raumes.

Ziele und Zielgruppen:

Gemeinsames Ziel ist es, am Johann Kamper-Ring bzw. um das neue Gemeindeamt ein neu es Ortszentrum als Treffpunkt, Begegnungsort und sozialen und kulturellen Frei-Raum für die Bürgerinnen von Hart b. Graz zu schaffen. Der Platz so" verstärkt als öffentlicher Raum wahrgenommen werden. Die Erdgeschosszone (Geschäftsflächen, urbane Sockelzone) so" aktiviert, belebt und mittelfristig mit an den Bedürfnissen der Menschen orientierten Nutzungen ausgelastet werden. Unter dem Motto "mitreden.mitdenken.mitgestalten" wird dieses Ziel in einem offenen Entwicklungsprozess unter Einbindung der Gemeinde, der Grundeigentümer und Bauträger, der lokalen Unternehmen am Platz, weiterer lokaler Schlüsselakteure (Unternehmen, Vereine, Bildungseinrichtungen, Initiativen, ... ) sowie der Bürgerinnen und Bürger verfolgt. Diese Gruppen werden als Zielgruppen und Stakeholder des Projekts festgelegt. Das Design sowie die Umsetzung des Beteiligungsprozesses werden durch ein externes Büro (StadtlABOR) entwickelt und begleitet.

Ausführliche Beschreibung der geplanten Aktivitäten, Meilensteine, erwartete Wirkungen, Outputs:

Die Phase I ("Hart lernen") startete bereits im September 2017 mit der Eröffnung des Ideenbüros in einem leerstehenden Geschäftslokal im Erdgeschoss des Johann Kamper-Rings statt. Im Rahmen der jährlichen Harter Bürgerinnenversammlung wurde der partizipative Entwicklungsprozess für ein neues, lebenswertes und lebendiges Ortszentrum vorgestellt und das Ideenbüro gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinnen eröffnet, die bereits mit hohem Engagement Ideen, Geschichten, Anregungen und Hinweise (mit)teilten. Die Periode zwischen Oktober 2017 bis zur Projekteinreichung wurde für erste Recherchen, Gespräche und Erhebungen (Beobachtungen, Befragungen, partizipative Forschung) genutzt, um weitere Ideen, Nutzungsinteressen, Vorschläge, Wünsche, Bedürfnisse zu sammeln und aufzubereiten sowie Potentiale und Herausforderungen des Ortes zu analysieren. Es findet eine sog. "Ideenwerkstatt" mit allen relevanten Zielgruppen statt. Ziel ist es, gemeinsam eine tragfähige Zukunftsvision für das Ortszentrum sowie Nutzungsszenarien für den Platz, die Erdgeschosszonen, Büro- und Geschäftsflächen zu erarbeiten. Die Ideenwerkstatt bildet den Abschluss der ersten Projektphase. Für das gegenständliche Projektansuchen sind in weiterer Folge untenstehende Aktivitäten geplant: Auswertung des Beteiligungsprozesses und der Ideen-Werkstatt sowie Szenarienentwicklung Die bis dahin gesammelten Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Bürgerbeteiligungsprozess (Interviews mit Schlüsselakteuren, Öffnungszeiten Ideenbüro, Interventionen und Begehungen am Platz) sowie aus der Ideenwerkstatt werden detailliert dokumentiert und aufbereitet. Dies umfasst eine textliche sowie eine planerische Darstellung der unterschiedlichen Ideen in Form von Szenarien, welche die funktionalen Zonierungen, Gestaltungselemente, etc. abbilden. Weiters erfolgt eine ansprechende Aufbereitung der Ergebnisse und Szenarien, sodass diese etwa im Rahmen von Ausstellungen oder Veranstaltungen sichtbar gemacht werden können. Ausstellung, regelmäßige Öffnungszeiten des Ideenbüros und Pop-Up-Shops Das Ideenbüro bietet einen offenen Ideen-, Entwicklungs-, Experimentier- und Verhandlungsraum für Menschen mit kreativen Ideen, neugierigem Interesse, unternehmerischem Geist. Solche die gerne mit anpacken, wenn es darum geht ihr gemeinsames Ortszentrum zu beleben und die leerstehenden Geschäftsflächen zu aktivieren und alle anderen, die einfach mal nur vorbeischauen wollen. Außerhalb der Öffnungszeiten laden ein Postkasten (mit vorgedruckten Ideenkarten und vielfarbigen "Post-it") sowie die großflächige Auslage ein, weitere Anregungen und Ideen zum Platz, zur Platzgestaltung sowie zu den Geschäftslokalen aufzuschreiben. Diese werden laufend aufbereitet und in einem "Iiving document" strukturiert und zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den regelmäßigen Öffnungszeiten (geplant jeweils mittwochs von 16:30 - 19:30 Uhr; Änderungen vorbehalten) werden die bisherigen Ergebnisse des Beteiligungsprozesses und der Ideenwerkstatt sowie die ausgearbeiteten Szenarien über eine temporäre, mehrwöchige Ausstellung sichtbar gemacht. Die Bürgerinnen werden eingeladen, die Szenarien aus ihrer Sicht zu bewerten. Pop-Up Shops & Services und Community: das Ideenbüro kann von Gründerinnen temporär kostenfrei genutzt werden um ihre Dienstleistungen und Betriebe zu präsentieren, den Platz als möglichen zukünftigen Unternehmensstandort auszuprobieren. Auch Nachbarinnen, soziale oder kulturelle Initiativen können den Raum temporär für verschiedenste Aktivitäten nutzen, der Schlüssel wird vor Ort von einer lokalen Unternehmerin verwaltet. Ausschreibung einer "CHALLENGE" für Geschäftsflächen Gemeinsam mit den Eigentümern (GSL, Kamper), der Gemeinde und lokalen Unternehmen wird eine sog. CHALLENGE ausgeschrieben, um Nutzerinnen für die leerstehenden Geschäftslokale zu finden. Dazu müssen in einem ersten Schritt attraktive "Gesamtpakete" für die zukünftigen Mieter geschnürt werden (attraktive Miete bzw. Mietstaffelungsmodelle), gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen, Internet, sonstige Anreize). Ziel ist es, Auslastung und Frequenz zu erhöhen, Fluktuation zu vermindern, Konkurrenz zu vermeiden sowie Synergien und Kooperationen zu fördern. Die CHALLENGE 2018 im Zentrum Hart bei Graz wird sich an innovative Start-ups und Gründerinnen sowie Unternehmen und Dienstleister aus den Bereichen Gesundheitsvorsorge und -versorgung, Wellness und Fitness, Bäckerei/Konditorei, sowie Produkte und Dienstleistungen rund um Baby, Kind und Familie, die eine stetig wachsende Zielgruppe darstellen. Auch könnten Unternehmen und Start-Ups im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien Synergien mit den ansässigen Leitbetrieben nutzen. Während der Ausschreibungsdauer der CHALLENGE werden die Interessenten für die Geschäftsflächen betreut (Ansprechstelle); in einer abschließenden "Jury" (mit Eigentümervertretern und weiteren Schlüsselakteuren) erfolgt die Auswahl der Unternehmen. Szenarienbewertung und Umsetzungskonzept In Abstimmung mit der Gemeinde, den Eigentümern und weiteren Schlüsselakteuren werden die Szenarien für das Ortszentrum im Rahmen eines gemeinsamen Workshops bewertet. Dafür müssen zunächst Kriterien erarbeitet werden (z. B. technische, finanzielle, zeitliche, soziale Machbarkeit). Danach werden kurz-, mittel- und langfristige Umsetzungsmaßnahmen gesammelt, diskutiert und ausgewählt, die in weiterer Folge in den zuständigen politischen Gremien zur Umsetzung vorbereitet werden. Der gesamte Prozess, das ausgewählte Szenario für ein zukünftiges Ortszentrum sowie das Umsetzungskonzept werden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung der Bevölkerung präsentiert.